Herzlich willkommen

in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin am Campus Benjamin Franklin

Bitte beachten Sie auch unsere aktuellen Hinweise.

Zur Geschichte

Die Psychiatrische Klinik wurde bereits 1887, lange vor Gründung der West-Berliner Öffnet externen Link im aktuellen FensterFreien Universität, als "Privat-Irrenanstalt" im vornehmen westlichen Charlottenburg gegründet. Aus ihr gingen im Jahre 1910 die "Kuranstalten Westend" hervor. 1952 wurden die Kuranstalten von der vier Jahre zuvor gegründeten Freien Universität übernommen und zur Psychiatrischen Klinik und Poliklinik umgewidmet. 

Neben dem langjährigen Eigentümer und leitenden Arzt Dr. Schlomer, der 1916 einen damals bekannten "Leitfaden der klinischen Psychiatrie" geschrieben hat, waren an der Klinik bekannte Ärzte wie Dr. von Gebsattel und Dr. Zutt tätig. 1949 wurde Prof. Selbach aus Marburg als erster Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie und Neurologie an die kurz vorher gegründete Freie Universität Berlin berufen. Die Freie Universität war aus der ehemaligen Berliner Universität, die 1949 in Öffnet externen Link im aktuellen FensterHumboldt Universität umbenannt worden war, aus Protest gegen die staatsgelenkten und intoleranten Studienbedingungen und -inhalte hervorgegangen. Das damalige Universitätsklinikum der Freien Universität bestand aus 10 verschiedenen, einzelnen Kliniken, die im Südwesten der Stadt verstreut lagen.

Unter Prof. Seelbach erlebte die psychiatrisch-neurologische Klinik und Poliklinik eine dynamische Entwicklung zu einer differenzierten und leistungsfähigen Universitätsklinik. 1967 wurden an der Psychiatrischen Klinik der Freien Universität erstmals ein Lehrstuhl sowie ein Institut für Neuropsychopharmakologie eingerichtet. Die zunehmende wissenschaftliche und klinisch-praktische Differenzierung fand im weiteren Verlauf nicht nur in der Trennung der Klinik in die psychiatrische und die neurologische Abteilung, sondern auch in der Einrichtung selbstständiger Abteilungen für Psychophysiologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gerontopsychiatrie, Sozialpsychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, psychotherapeutische Studentenberatung sowie der Zuordnung des Instituts für Forensische Psychiatrie ihren Ausdruck. Mitte der 70er Jahre erreichte die Psychiatrische Klinik der Freien Universität mit insgesamt 9 Abteilungen in 2 wissenschaftlichen Einrichtungen innerhalb eines damals eigenständigen Fachbereichs Nervenklinische Medizin den Höhepunkt ihrer Ausdifferenzierung.
Als Nachfolger von Prof. Selbach wurde 1968 Prof. Hippius an die Klinik berufen, der aber bald die Leitung der psychiatrischen Universitätsklinik der Öffnet externen Link im aktuellen FensterLudwig-Maximilian Universität in München übernahm.

1971 folgte Prof. Helmchen auf den Lehrstuhl, der die Klinik fast 30 Jahre lang bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1999 leitete. Von 1990 bis 1998 wurde die Klinik im Zuge der Neuordnung der beiden Berliner Universitätsklinika von Humboldt und Freier Universität reorganisiert und Abteilungen und Institute wie z. B. die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Neurologie, die Psychosomatische Medizin sowie die forensische Psychiatrie als eigenständige Kliniken / Institute ausgegliedert.

Im April 2001 übernahm die Psychiaterin, Psychologin und Psychotherapeutin Frau Prof. Isabella Heuser als erste Frau, die jemals in Deutschland einen Ruf auf einen Lehrstuhl für Psychiatrie oder Neurologie bekommen hatte, die Leitung der psychiatrischen-psychotherapeutischen Klinik der Freien Universität Berlin.

Seit dem 1. Juni 2003, nach dem Zusammenschluss der beiden Berliner Universitätsklinika von Freier Universität, dem Benjamin Franklin Klinikum und von Humboldt Universität, der Öffnet externen Link im aktuellen FensterCharité, heißt die Klinik offiziell "Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie". 

Seit ihrem Bestehen hat sich die Klinik stets einer Forschung verschrieben, die sich als Verknüpfungsfeld von Grundlagenforschung und klinischer Forschung versteht und ihre Fragestellungen aus den diagnostischen, prognostischen und therapeutischen Problemen des einzelnen Patienten ableitet. Vor diesem Hintergrund sind Krankenversorgung, Lehre und Forschung seit jeher gleichgewichtige und konstituierende Aufgaben der Klinik.

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Modulare Krankenversorgung

Am 01.01.2004 wurde an der Klinik ein „modulares System“ der Krankenversorgung implementiert. Kerngedanke des Konzeptes ist, dass alle Diagnose- und Behandlungskomponenten im Interesse einer besseren Patientenbetreuung „modulspezifisch“, d.h. von spezialisierten Teams angeboten werden. Das Modulsystem sieht eine Differenzierung der klinischen Arbeit nach den Bereichen Schizophrenie, Affektive Störungen, Persönlichkeitsstörungen und Posttraumatische Belastungsstörungen, Integrative Psychiatrie und Psychiatrie des Alterns vor. 

Das spezialisierte Team des Moduls Schizophrenie bietet für schizophrene Patienten in jeder Krankheitsphase eine Behandlung an. Zur Verfügung steht eine Station mit 22 Betten, auf 1- und 2 Bett-Zimmer verteilt. Dort werden auch Mutter-Kind Einheiten vorgehalten. Außerdem werden vom Modul bis zu 10 tagesklinische Plätze (sozialpsychiatrische Tagesklinik) angeboten.

Im Modul Affektive Störungen steht für Patienten mit vorwiegend schweren und chronischen affektiven Erkrankungen und Angststörungen eine Organisationseinheit mit 32 Betten zur Verfügung. In dieser Einheit werden auch standardangehobene Einzelzimmer vorgehalten. Zusätzlich werden bei Bedarf auch tagesklinische Behandlungen angeboten. Diese Abteilung arbeitet eng mit dem Bereich "Stimulationsverfahren" zusammen zur Behandlung von Patienten mit sog. „therapieresistenter“ Depression.

Im Modul Persönlichkeitsstörungen und posttraumatische Belastungstörungen (PTSD) werden überwiegend Patienten behandelt, die unter einer Persönlichkeitsstörung aus dem Cluster B (Borderline, narzisstisch, histrionisch) leiden. Des Weiteren werden hier Patienten mit schwerer PTSD behandelt. Zur Verfügung stehen insgesamt 22 Behandlungsplätze.

Das Modul Integrative Psychiatrie hält auf einer Station (Station 18B) insgesamt 16 Betten vor. Das Behandlungsangebot dieser Station richtet sich schwerpunktmäßig an Patienten, die neben ihrer psychiatrischen Erkrankung an einer stationär behandlungsbedürftigen, internistischen, chirurgischen oder neurologischen Krankheit leiden. Besonderheit dieser Station ist, dass sie nicht am Standort der Klinik in Charlottenburg-Westend sondern direkt im Campus Benjamin Franklin in Steglitz angesiedelt ist.

Das Behandlungsangebot des Moduls Erkrankungen des Alterns schließlich richtet sich an ältere Patienten von in der Regel 50 und mehr Jahren, die unter dementiellen Erkrankungen, Depressionen, Angsterkrankungen oder Psychosen leiden. Dieses Modul betreibt auch eine Gedächtnisambulanz in der vorwiegend Patienten mit leichten bis mittelschweren kognitiven Störungen diagnostiziert und behandelt werden. Zur Verfügung stehen bis zu 10 teilstationäre Behandlungsplätze (Gerontopsychiatrische Tagesklinik). 

Für die Patienten aller Module gilt, dass ihre Therapie stets im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans erfolgt, der von Beginn an unter Berücksichtigung der Schwere und Art der aktuellen Symptomatik und unter Vermittlung eines Krankheits- und Therapiekonzepts mit ihnen besprochen wird. Die Behandlungen selbst umfassen mit psychopharmakologischen, psychotherapeutischen, sozialtherapeutischen sowie ergo- und bewegungstherapeutischen Angeboten praktisch das gesamte Spektrum möglicher Therapieformen. Das auf verhaltenstherapeutischen Prinzipien basierende Psychotherapieangebot der Klinik reicht hierbei von verhaltenstherapeutischen Einzelverfahren (Progressive Muskelentspannung, Systematische Desensibilisierung etc.) bis hin zu komplexen, verschiedene therapeutische Strategien und Techniken umfassenden „manualisierten“ Therapieprogrammen (z. B. Gruppentherapien für depressive Patienten nach Hautzinger, Dialektisch-Behaviorale Therapie für Patienten mit Borderline-Störung nach Linehan). Besonders bei therapieresistenten depressiven Krankheitsverläufen kommen auch Stimulationsverfahren (Elektrokonvulsionstherapie, transkranielle Magnetstimulation, Vagusnervstimulation, tiefe Hirnstimulation) zur Anwendung. 

Wie die stationäre oder teilstationäre Versorgung so ist auch die ambulante Patientenbetreuung der Klinik modular organisiert. Jedes Modul bietet deshalb separate Sprechstunden an, zu denen die Patienten elektiv einbestellt werden. Mit einer Gedächtnissprechstunde, einer Sprechstunde zur Klärung von Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) im Erwachsenenalter, einer Sprechstunde zur Diagnostik von Schlafstörungen und einer für Autismus umfasst das Ambulanzangebot der Klinik außerdem noch vier Spezialsprechstunden. Bei der Gedächtnissprechstunde handelt es sich hierbei um eine auf die Früherkennung von Demenzsyndromen, besonders der Alzheimer Demenz, und deren Ursachen spezialisierte Einrichtung, die eine Vielzahl von diagnostischen und Therapiestudien anbietet. In der ADHS-Spezialsprechstunde wird eine an den wissenschaftlichen Leitlinien für dieses Störungsbild orientierte Diagnostik unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen angeboten und Studien durchgeführt; dies gilt auch für die Autismus-Ambulanz. Beide Spezialambulanzen stehen ausschließlich für Patienten im Erwachsenenalter zur Verfügung.

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Lehre und Forschung

Die von der Klinik wahrgenommen Aufgaben in der Lehre erstrecken sich in erster Linie auf die Ausbildung von Medizinstudenten in psychiatrischer Krankheitslehre, allgemeiner Psychopathologie, Therapieverfahren, Grundlagen und Anwendung von Psychotherapie und allen weiteren nicht-pharmakologischen Behandlungsansätzen. Die Lehre erfolgt sowohl in Topic-Seminaren mit Fallvorstellungen als auch in Kleingruppen am Krankenbett (UaK) und in Kleingruppenseminaren. Von den mit Fragen der psychiatrischen Erkrankungen des Alterns befassten Mitarbeitern der Klinik werden außerdem regelmäßig Lehrverpflichtungen im Rahmen der Seminarreihe „Medizin des Alterns und des alten Menschen“ wahrgenommen, von den Mitarbeitern des schlafmedizinischen Bereiches wird zusätzlich Unterricht im Wahlfach "Schlafmedizin" erteilt. Seit dem WS 2010/2011 beteiligt sich die Klinik an allen drei von der Charité vorgehaltenen Medizinstudiengängen (Regel-, Modell- und Reformstudiengang) und hat große Teile der psychosomatischen Lehrverpflichtungen übernommen.

Zu den Lehrverpflichtungen gehört auch die von der Klinik für die Studierenden der Psychologie von TU Berlin und FU Berlin regelmäßig angebotene Vorlesungsreihe „Psychopathologie und Psychiatrische Krankheitslehre“; dieses Angebot wurde kürzlich in Rücksprache mit den jeweiligen Fachbereichen von FU und TU (bei letzterer läuft allerdings der Studiengang "Psychologie" in den nächsten Jahren aus) an die Erfordernisse der Bachelor-Ausbildung angepasst.
Fortbildungen der Wissenschaftlichen Mitarbeiter im Rahmen ihrer Facharzt- und / oder Psychotherapieausbildung z. B. in Form von Fallkonferenzen, wissenschaftlichen Kolloquien oder als von den Modulen organisierten Seminaren gehören ebenso zum Lehrangebot der Klinik wie die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen für klinikexterne psychiatrische Facharztkandidaten. Seit jeher fester Bestandteil des Lehrangebots sind außerdem die regelmäßig stattfindenden Fortbildungsveranstaltungen des nichtwissenschaftlichen Personals der Klinik. Mit akademischen Lehrverpflichtungen verbunden ist schließlich auch die Anleitung und Betreuung der zahlreichen Medizinstudenten oder Studenten anderer wissenschaftlichen Fachrichtungen (Psychologie, Biologie), die in der Klinik ihre Doktorarbeit oder Diplomarbeit anfertigen. Besondere Erwähnung verdienen in diesem Zusammenhang die Aktivitäten der Klinik für das von der DFG von Oktober 2004 bis Okt. 2008 geförderte, interdisziplinär und multizentrisch angelegte Graduiertenkolleg „Neuropsychologie und Neuropsychiatrie des Alterns“ (DFG 496), für das Frau Prof. Heuser als Projektleiterin und Sprecherin fungiert. Des Weiteren ist die Klinik seit 2007 am Excellenzcluster "Languages of Emotions" der FU (Öffnet externen Link im aktuellen Fensterwww.languages-of-emotion.de) mit mehreren Projekten maßgeblich beteiligt, sowie an einer Reihe weiterer BMBF- und DFG-geförderten Programmen wie z. B. zwei im Rahmen des deutschen Mobilfunkforschungsprogramms geförderten Forschungsprojekten.

Initiiert und geleitet von Prof. Michael Dettling, dem leitenden Oberarzt der Klinik, veranstaltet die Klinik seit 2006 jährlich die "Berliner Psychiatrietage" (Öffnet externen Link im aktuellen Fensterwww.berliner-psychiatrie-tage.de). Diese Konferenz steht jeweils unter einem thematischen Schwerpunkt und wendet sich sowohl an das Fachpublikum als auch an Angehörige psychisch Kranker, Selbsthilfegruppen und die Mitarbeiter des komplementären Bereiches.

Die thematischen Schwerpunkte der Forschung der Klinik liegen auf dem Gebiet der stressbezogenen Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen), der Schizophrenien, der Borderline-Persönlichkeitsstörungen, der therapeutischen Stimulationsverfahren, der Schlafmedizin sowie der gerontopsychiatrischen und hier insbesondere der dementiellen Erkrankungen. Wissenschaftlich bearbeitet werden diese Themengebiete in den jeweiligen Modulen der Klinik von verschiedenen, in der Regel interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppen (Mediziner, Psychologen, Biochemiker) unter Anwendung von neurobiologischen, neuropsychologischen und neuropharmakologischen Methoden sowie mit Hilfe moderner Verfahren der Bildgebung zur Darstellung funktioneller und molekularer Aspekte des Gehirns.

Bei der Mehrzahl der gegenwärtig durchgeführten Untersuchungen handelt es sich um drittmittelgeförderte und gutachterlich evaluierte Einzelstudien oder Verbundprojekte.

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Perspektiven

Nach Prognosen der Öffnet externen Link im aktuellen FensterWeltgesundheitsorganisation nehmen die psychischen, einschließlich der dementiellen Erkrankungen weltweit rasant zu. Diese Entwicklung stellt hohe Anforderungen an das Gesundheitssystem und die medizinische Forschung. Diese Prognose trifft im besonderen Maße auf Berlin und dessen Umland zu, wo psychische Störungen, vor allem Depressionen, mittlerweile schon an erster Stelle der Gründe für Frühberentung und Frühpensionierung liegen.

Aufgrund moderner Methoden der Wissenschaft wie z. B. der Molekularbiologie, der Biochemie, der Bildgebung, sog. „high-throughput“ genetischer Verfahren, der Elektrophysiologie und der Epidemiologie konnten in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte bei der Ursachenklärung, der Prävention, der Erkennung und der Behandlung psychischer Erkrankungen gemacht werden. Allerdings bleibt noch viel zu tun. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité am Campus Benjamin Franklin möchte als universitäre und überregional versorgende Klinik der Maximalversorgung mit hohen akademischen und ethischen Standards dazu beitragen, Patienten mit psychischen Erkrankungen rasch und effizient zu helfen.

Sollten Sie allgemeine Fragen zur Klinik haben können Sie uns gerne eine E-Mail senden, wir werden versuchen sie zeitgerecht zu beantworten. Haben Sie aber bitte Verständnis dafür, dass per E-Mail keine diagnostischen oder therapeutischen Ratschläge gegeben werden können.
Für ausländische Interessenten können wir Ihnen mitteilen, dass alle Ärzte englisch sprechen, ebenfalls ein Großteil der Pflegemitarbeiter. Außerdem gehören zu unserem Team Ärzte, die arabisch, vietnamesisch, französisch, italienisch und englisch muttersprachlich beherrschen. 

Wir hoffen sehr, Sie finden die Sie interessierende Information auf unserer Homepage und verbleiben im Namen aller Mitarbeiter der Klinik mit freundlichen Grüßen

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