Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Nach Anmeldung in unserer Ambulanz bekommen Sie einige Fragebögen per Post von uns zugeschickt. Ein Teil dieser Unterlagen besteht aus Fragen an Ihre Angehörigen. Nach Rücksendung der ausgefüllten Fragebögen und ihrer Grundschulzeugnisse vereinbaren wir einen Termin zum diagnostischen Gespräch. In diesem werden standardisierte Interviews zur Überprüfung der diagnostischen Kriterien für ADHS sowie weitere diagnostische Interviews und Fragebögen durchgeführt. Unser Prozedere umfasst auch eine Labordiagnostik inklusive Blut- und Urinproben. Im Abschlussgespräch teilen wir Ihnen ggf. eine Diagnose sowie individuelle Therapieempfehlungen mit.
Lange Zeit galt die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung als eine ausschließlich im Kindes- und Jugendalter auftretende Erkrankung. Diese Einschätzung wurde auf Grund neuerer Forschung revidiert, die bei einem großen Teil der Betroffenen ein Andauern der Erkrankung vom Kindes- und Jugendalter bis ins Erwachsenenalter belegt. Eine Studie in den USA ergab eine Häufigkeit der Erkrankung von 2-6% bei Erwachsenen.
Wesentliche Merkmale der ADHS sind innere Unruhe, situationsübergreifende Störungen der Impulskontrolle, motorische Überaktivität, Störungen der Aufmerksamkeit, Desorganisiertheit und starke Stimmungsschwankungen bei geringer Frustrationstoleranz. Im Erwachsenenalter geht die Erkrankung mit Funktionseinschränkungen in mehreren Lebensbereichen, v.a. Schul- und Ausbildungsabschluss, Berufstätigkeit, Partnerschaft, Elternschaft und Verkehrstüchtigkeit einher.
Die Diagnose der ADHS im Erwachsenenalter ist auf Grund einer häufigen Überschneidung der ADHS-Symptomatik mit anderen psychiatrischen Erkrankungen (z.B. Depression, Angst- oder Schlafstörungen, Suchterkrankungen) schwierig. Bislang gibt es keine neurobiologischen oder bildgebenden Verfahren zur Absicherung der Diagnose. So orientiert sich die Diagnostik in erster Linie an den Beschwerden des Betroffenen.
Folglich muss die Diagnostik einer ADHS im Erwachsenenalter sehr sorgfältig in einem mehrstufigen Prozess durchgeführt werden. Notwendig sind die Erhebung und Beurteilung der aktuellen Symptome, die rückwirkende Erfassung von ADHS-Symptomen im Kindesalter (zum Beispiel durch Zeugnisse), die Überprüfung der Diagnosekriterien sowie die Erfassung anderer psychiatrischer Erkrankungen.
Demnächst besteht für Patienten, bei denen die Diagnose ADHS im Erwachsenenalter gestellt wurde, wieder die Möglichkeit zur Teilnahme an verschiedenen Studien, im Rahmen derer eine Therapie mit verschiedenen Medikamenten erfolgen kann.
| Eike Ahlers |
| Dr. med. Michael Colla | t: +49 30 8445 8704 |
| Laura Gentschow |
| Gabriele Konn |
| Dr. phil. Daina Langner |
| Angelika Rebholz |
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Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen während unserer Sprechzeit mittwochs 10-12 Uhr telefonisch an uns oder senden uns eine eMail.
t: +49 30 8445 8250
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