Global Mental Health

Im Bereich Global Mental Health werden Fragestellungen basierend auf einem interdiziplinären interkulturellen Ansatz untersucht.

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Projekte

Wir untersuchen Einstellungen in einer repräsentativen Allgemeinbevölkerung zu psychischen Störungen, Ursachenzuschreibungen und psychiatrischer Behandlung mittels etablierter Fragebögen und strukturierter Interviews in mehreren Kulturräumen (aktuell Vietnam, Ghana, Indien).

Faktoren der Inanspruchnahme und der Einfluss von Akkulturation auf psychische Gesundheit werden im Rahmen von Versorgungsforschung der Spezialambulanz für vietnamesisch-sprachige Migranten untersucht.

Mittels qualitativer Interviews bei vietnamesischen Patienten mit der Diagnose einer Schizophrenie wurden "Explanatory Models" in einer großen psychiatrischen Klinik in Hanoi, Vietnam untersucht. 

Ethnologisch erfolgt eine Zusammenarbeit im Rahmen der Anthropologisch-Psychiatrischen Arbeitsgruppe Migration und Emotion (APAME) (Prof. Dr. Röttger-Rössler; Dr. Anita von Poser, Institut für Ethnologie, Freie Universität Berlin).

Die aktuellen Forschungsprojekte werden im einzelnen hier dargestellt: 

MEHIRA (Mental Health in Refugees and Asylum Seekers)

Ziel dieser vom Innovationsfond der Krankenkassen und des Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projektes (Ansprechpartner: Kerem Böge) ist die Entwicklung eines gestuften Versorgungsmodells zur Behandlung von Stressfolgeerkrankungen bei Geflüchteten. Im Rahmen dieses Projektes werden eine Reihe von niedrigschwelligen Interventionen an den beteiligten Zentren in Aachen (gendersensible Gruppenpsychotherapie), bei den Kollegen der Charité am Campus Mitte (Peer to Peer Intervention), in München (Ressourcen-orientierte Psychotherapie) sowie in Mannheim, Ulm und Marburg (auf Adoleszente ausgerichtete Strategien) entwickelt. Neben gesundheitsökonomischen Untersuchungen (Mannheim) wird zudem an der Charité eine maßgeschneiderte Smartphone-Applikation zur Psychoedukation und zur Unterstützung beim Stressmanagement entwickelt. Weitere Informationen finden sich hier und hier.

Balsam Projekt

Ziel dieses vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit Entwicklung geförderten  und in Kooperation mit Help e.V. durchgeführten Projektes (Ansprechpartnerinnen: Nada Elmahdi, Jessica Sommer) ist die Etablierung einer psychiatrisch-psychologischen Versorgungsstruktur an drei ausgewählten Gesundheitszentren in Jordanien (Mafraq, Sahab, Zarqa), die regelmäßige Fortbildung von (Fach-)Personal vor Ort sowie die Entwicklung eines webbasierten Ausbildungscurriculums. In diesem Projekt sind aktuell insgesamt sieben jordanische und syrische Psychologinnen und Psychiater tätig, die projektspezifisch trainiert wurden und regelmäßig supervidiert werden. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden sich hier.

MHPSS-Studie

Ziel dieser von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit geförderten und in Kooperation mit der Jiyan Foundation durchgeführten Studie (Ansprechpartnerin: Judith Strasser)  ist die systematische Erfassung von vorhandenen psychiatrisch-psychologischen Angeboten in Jordanien und im Nordirak. Das Projekt verfolgt zudem das Ziel, aktive Akteure in der Region in einen Austausch zu bringen. 

Affektive Anstrengungen der Migration: Süd- und nordvietnamesische Lebenswelten im geteilten und wiedervereinten Berlin

Förderung psychiatrischer Versorgung in Vietnam durch Weiterbildung

Projekt im Rahmen des Programm Partner stärken Gesundheit. Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

http://health.bmz.de/where_we_work/Networks_and_CoP/klinikpartnerschaften/index.html

Methoden

Wir verwenden sowohl empirische, quantiative und qualitative Methoden, die entsprechend der zu untersuchenden Fragestellungen angepasst werden.

Ethnologische Fragestellungen:

Als Ansätze bei anthropologischen Fragestellungen kommen qualitative Methoden, wie der life history-Ansatz, narrative biografische Interviews, semi- strukturierte Erhe­bungen, systematische und ethnografische Beobachtungen in Betracht. Neben dem Einfluss von "regimes of mobility" innerhalb der vietnamesischen Kultur auch auf psychisches Leiden, wird das Verhältnis zwischen Migranten der 1. und 2. Generation und der Umgang mit Alternsprozessen im Kontext von Migration untersucht. 

Inter-Kulturelle Einstellungsforschung:

Im Rahmen der Inter-kulturellen Einstellungsforschung gegenüber psychischen Störungen, werden in den jeweiligen Muttersprachen Übersetzungen etablierter Fragebögen verwandt. Diese Skalen werden, möglichst repräsentativ, entweder interview-basiert oder als selbstständig zu bearbeitende  Fragebögen erhoben. Es werden dabei sogenannte ungelabelte Fallvignetten verwendet, wobei die Probanden den beschriebenen Personen mögliche Ursachen für das beschriebene Verhalten, Behandlungsempfehlungen und Eigenschaftsattributionen zuschreiben können. Zudem werden emotionale Reaktionen, soziale Distanz und Entstellungen gegenüber Psychiatern, psychiatrischer Behandlung und wahrgenommer Stigmatisierung erhoben.

Versorgungsforschung bei vietnamesischen Migranten:

Die Versorgungsforschung stützt sich auf klinischen Daten, die im Rahmen einer ausführlichen Basisdokumentation in den Spezialsprechstunden für vietnamesische Migranten an der Charité, CBF und am Königin Elisabeth Herzberge Krankenhaus erhoben werden. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet die Untersuchung der Inanspruchnahmepopulation und Einflüsse von Herkunfts- und Ankunftsbedingungen auf die Ausprägung und das Erleben psychischer Symptome. Hierzu werden Symptomskalen und Schwergradskalen (z.B. PHQ-9; PHQ-15, BDI, HAMD, MADRAS) verwendet um kultur- und migrationsabhängige Symptompräsentationen abzubilden.

Um den Einfluss von Akulturationsstilen und kulturabhängigen Wertesystemen zu untersuchen werden z.B. die Asian Value Skala und mehrere Akkulturationsskalen eingesetzt. Zudem erfolgen qualitative Interviews bei erlebter Traumatisierung.

Leitung

Prof. Dr. med. Malek Bajbouj

Leiter Bereich Affektive Neurowissenschaften

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Dr. med. Eric Hahn

Oberarzt, Leiter des Moduls Schizophrenie

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Dr. med. Thi-Minh-Tam Ta

(Fkt-) Oberärztin, Leitung der Psychiatrischen Institutsambulanz, Leitung der Spezialambulanz für Vietnamesische MigrantInnen

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Preise und Auszeichnungen

Main Huong Nguyen gewann den Posterpreis auf dem DGPPN Kongress 2016

https://www.dgppn.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2016/posterpreise.html

Cross-Kulturelle Einstellungs- und Stigmaforschung

  • Dr. Eric Hahn (Leitung)
  • Dr. Thi Minh Tam Ta (Vietnam)
  • Aditya Mungee, MD (Indien)
  • Miriam Franke, Diplomandin (Dipl.-Psych.) (Ghana)

Migrations- und Versorgungsforschung

  • Dr. Thi Minh Tam Ta (Leitung)
  • Dr. E. Hahn (Charité, KEH)
  • Dr. R. Burian (KEH)
  • Prof. Dr. M. Dettling (Charité)
  • Simon Wolf (Doktorand)

ausgewählte Kooperationspartner

  • Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Lehrkrankenhaus der Charité, (Prof. Dr. Diefenbacher, Dr. Burian)
  • Department of Psychiatry and Psychological Medicine, Hospital 103, Academy of Medicine, Hadong District - Hanoi, Vietnam (Head: Prof. Dr. Cao Tien Duc)
  • Institut für Ethnologie, Freie Universität Berlin (Prof. Röttger-Rössler, Dr. von Poser)
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Greifswald, (PD. Dr. Schomerus)
  • Institut für Psychologie, Bereich Transkulturelle Psychologie, Humboldt-Universität zu Berlin (Dr. von Lersner)