Strukturierung der stationären DBT

Unsere Klinik bietet eine 12-wöchige stationäre Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) für Frauen und Männer mit Borderline-Persönlichkeitsstörung an.

Sie befinden sich hier:

Therapiephasen

  1. Stationäre Vorbereitungsphase bzw. Therapie-VorstadiumDie 10-14tägige stationäre Vorbereitungsphase dient der Diagnostik, der Einführung in das Therapierational der DBT und dem Commitment seitens der PatientInnen dazu (s.u.).

  2. Stationäre TherapiephaseIn der 12-wöchigen stationären Therapiephase steht die Reduzierung suizidaler, therapiegefährdender und die Lebensqualität einschränkender Verhaltensweisen sowie die Bearbeitung von Verhaltensdefiziten im Mittelpunkt. Am Ende dieser Therapiephase sollte der/die Patient/-in zumindest über ein grundlegendes Wissen und Basiskompetenz bezüglich der in der DBT vermittelten Verhaltensfertigkeiten verfügen (s.u.). Eine stationäre Behandlung wird über die erste Phase kaum hinauskommen und dient der stabilisierenden Vorbereitung auf eine längerfristige

  3. Ambulante Psychotherapiephase

DBT und Posttraumatische Belastungsstörung

Falls bei PatientInnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung zusätzlich eine Posttraumatische Belastungsstörung vorliegt, so kann diese erst dann psychotherapeutisch behandelt werden, wenn die PatientInnen ausreichend stabilisiert sind. Eine ausreichende Stabilität ist dann gegeben, wenn die PatientInnen über Strategien im Umgang mit Suizidgedanken, im Umgang mit dem Drang zu selbstverletzenden oder selbstschädigenden Verhaltensweisen, sowie über Fertigkeiten im Umgang mit belastenden Gefühlen verfügen. Auch müssen die PatientInnen Frühwarnzeichen von Dissoziationen erkennen und diesen durch Anti-Suizidskills aktiv entgegen wirken können. Darüber hinaus sollte keine schwere Essstörung vorliegen.

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie kann als Stabilisierungsphase angesehen werden, da sie suizidale und lebensbedrohliche sowie therapieschädigende Verhaltensweisen der PatientInnen in den Fokus der Therapie stellt.

Stationäre Therapiephase (12 Wochen)

Während dieser Therapiephase soll vor allem die emotionale Belastbarkeit erhöht werden. Hierbei werden viele Fertigkeiten (sog. Skills) in einem Fertigkeitentraining (sog. DBT-Gruppe) vermittelt. Zu ihnen gehören maßgeblich die Skills, die dazu dienen sollen, die eigenen Affekte und Spannungszustände besser zu verstehen und zu regulieren und letztlich selbstschädigende Verhaltensmuster wie z.B. Selbsttötungsgedanken bzw. -impulse und Selbstverletzungen aufzugeben. In der Einzel- und Gruppentherapie wird zu jedem Zeitpunkt an den Verhaltensweisen gearbeitet, die für die betroffene Patientin bzw. PatientInnen am gefährlichsten ist. An oberster Stelle stehen suizidales und parasuizidales sowie selbstschädigendes Verhalten, gefolgt von therapiegefährdendem Verhalten, gefolgt von Beeinträchtigungen der Lebensqualität und der Verbesserung von Verhaltensfertigkeiten. Therapiegefährdendes Verhalten (z.B. aus der Therapie weglaufen, sich in der Therapie passiv zu verhalten, keine Hausaufgaben zu machen, in der Stunde dissoziieren, TherapeutInnen attackieren) wird von den TherapeutInnen in der DBT grundsätzlich nicht ignoriert. Die Basis-Regel dabei lautet: Um effektiv zu arbeiten, kann die PatientIn nicht die von den TherapeutInnen gesetzten Regeln und Grenzen übergehen. Die TherapeutIn geht dabei nicht verurteilend vor, sondern behandelt therapiestörendes Verhalten wie auch dysfunktionales Verhalten und deren negative Konsequenzen als Tatsache. Die Verhaltensanalyse (VA) bildet dabei das wichtigste Handwerkszeug. Die Verhaltenskette plus das Wochenprotokoll bzgl. der jeweils dysfunktionalen Muster beginnt mit der ersten Sitzung. Durch eine VA sollen die Betroffenen lernen, Einsicht in den Spannungsaufbau zu erhalten und das im Fertigkeitentraining Gelernte in Handlungspläne einzubauen. Es wird gemeinsam erarbeitet, worin die auslösenden Faktoren und worin die Konsequenzen bestehen. Entsprechend dem dialektischen Vorgehen ist es wichtig, der PatientIn durch die sofortige Teilnahme am Fertigkeitentraining (Skillstraining) viele Fertigkeiten und damit frühzeitig Selbstwirksamkeitserfahrungen zu vermitteln. In diesem Fertigkeitentraining werden Fertigkeiten aus den Bereichen Achtsamkeit, Gefühlsregulation, soziale Kompetenz und Stresstoleranz vermittelt.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie Sich bitte an:


Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Stefan Röpke

Oberarzt, Leiter des Bereichs Persönlichkeitsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörung sowie der Autismusambulanz

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