Foto der vietnamesischsprachigen Spezialambulanz

Spezialambulanz für Vietnamesische MigrantInnen

Die Spezialambulanz bietet eine ambulante und ggf. stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei Bedarf in muttersprachlicher vietnamesischer Sprache oder mit Unterstützung durch Sprachmittelung an.

Sie befinden sich hier:

Kontaktmöglichkeiten in vietnamesischer und deutscher Sprache

So erreichen Sie uns:

Telefon: +49 30 450 517 666

E-Mail: tuvan-vietnam(at)charite.de

Videosprechstunden: Terminvergabe über die o.g. Telefonnummer oder per E-Mail

Öffnungszeiten: Mo-Do: 9:00 – 16.00, Fr.: 9:00 – 13.00

Außerhalb unserer Öffnungszeiten steht Ihnen in einer Notsituation die Zentrale Notaufnahme auf dem Charité Campus Benjamin Franklin zur Verfügung.

Team

Priv.-Doz. Dr. med. Thi-Minh-Tam Ta, Oberärztin,  Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Leitung der Spezialambulanz für Vietnamesische Migrant*innen, Co-Leitung Global Mental Health

Dr. med. Eric Hahn, Oberarzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Leitung Bereich Schizophrenie und Global Mental Health

M. Sc. Thi Quynh-Nhu Tran, Psychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin

M.Sc. Nora Stumpfögger, Psychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin

M. Sc. Ngan Ha Nguyen, Psychologin in Ausbildung zur Psychotherapeutin

Thi Hoa Nguyen, Ärztin, DAAD Stipendiatin, PhD Doktorandin

Thanh Loan Do, psychologische studentische Hilfskraft

Mario Truong, psychologische studentische Hilfskraft

Organisation und Ablauf

Als Ansprechpartner*innen stehen Ihnen nach Kontaktaufnahme und Terminvergabe mittels Email oder per Telefon eine muttersprachliche Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (Priv.-Doz. Dr. Thi Minh Tam Ta) und psychologische Mitarbeiter*innen mit vietnamesischen Sprachkenntnissen zur Verfügung. Ein multiprofessionelles und kultursensibilisiertes Team von ärztlichen und psychologischen Mitarbeiter*innen bietet in diesem Rahmen eine ambulante und ggf. stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung an. Das Angebot umfasst dabei psychosoziale Beratung, Vermittlung von Kontaktadressen und eine ausführliche muttersprachliche-kultursensitive Diagnostik und Behandlung aller psychiatrischen Erkrankungen in einem ambulanten und ggf. stationären Setting. Neben einer medikamentösen Therapie, werden psychotherapeutische Gespräche und Gruppentherapien angeboten, die methodisch an der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) und der Akzeptanz- und Commitment Therapie (ACT) sowie an achtsamkeitsbasierte Verfahren angelehnt sind. Bei Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung kann zusätzlich eine Traumatherapie angeboten werden.

Darüberhinaus werden psychiatrische Konsil- und Liaisondienste für das gesamte Bundesgebiet Deutschland, ggf. auch mittels Telemedizin angeboten. Zudem erhalten Patienten mit Somatisierungsstörungen und chronischen Schmerzstörungen gezielt eine psychologische Schmerztherapie in Einzel- oder Gruppensitzungen. Regelmäßig stattfindende Skill-Trainingsgruppen rundet das ambulante gruppentherapeutische Angebot ab.

Seit April 2020 bieten wir zudem die Möglichkeit zur Onlinesprechstunden.

Vietnamesische Migration in Berlin

Die vietnamesischen Migrationen nach Deutschland sind historisch mit den politischen Teilungen und Wiedervereinigungen beider Länder verwoben und ergaben (auch nach dem Fall der Mauer) speziell in Berlin weltweit einzigartige Konstellationen. Aktuell leben nahezu 90.000 vietnamesische Staatangehörige mit einem relativ ausgeglichenen Geschlechterverhältnis und 168.000 Menschen mit einem vietnamesischen Migrationshintergrund in Deutschland. In Berlin leben nach offiziellen Angaben mindestens 25.000 Menschen mit vietnamesischen Migrationsbezügen.

 

Ta, T. M. T. (2020). Kultur-und migrationsbezogene Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit von Menschen mit vietnamesischem Migrationshintergrund

Hintergrund der Spezialambulanz für vietnamesische Migrant*innen und Entwicklung des multiprofessionellen offenen Netzwerks „Seelische Gesundheit für vietnamesische Migrant*innen“

Um die nachgewiesene Versorgungslücke durch ein bei Bedarf vietnamesisches sprach- und kultursensibles Angebot zu schließen, eröffnete nach zweijähriger Planungsphase im Jahr 2010 an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin (CBF) die deutschlandweit erste muttersprachliche psychiatrische Spezialambulanz für vietnamesische Migrant*innen. Insbesondere profitieren von diesem Angebot Menschen mit noch nicht ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen und Berührungsängsten mit dem deutschen psychiatrischen Versorgungssystem. Ein multiprofessionelles und kultursensibilisiertes Team von Mitarbeiter*innen bietet seitdem eine ambulante und stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, sowie eine Intergration in das psychosoziale Versorgungssystem Berlins an.

Nach einer weiteren Planungsphase und in Kooperation mit der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) wurde im Jahr 2012 eine weitere gemeindenahe psychiatrische Spezialambulanz für vietnamesische Migrant*innen als Teil der psychiatrischen Regelversorgung und als Beitrag zur interkulturellen Öffnung für die Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf eröffnet. Ein kultur- und sprachsensibles Team bestehend unter anderem aus vietnamesischen Sozialarbeiter*innen, die auch als Sprach- und Kulturmittler*innen tätig sind, und vietnamesischen Pflegekräften wurde insbesondere für den Versorgungsbezirk Lichtenberg unter der Leitung von Dr. Ronald Burian aufgebaut

Aufbauend auf einer ambulanten, tagesklinischen und stationären psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgungsstruktur wurde in einem weiteren Schritt und in Zusammenarbeit mit dem Verein für interkulturelle Arbeit (VIA e.V., Projektleitung: Frau Nozomi Spennemann) seit Mitte 2013 die Etablierung eines Netzwerk zur Förderung der seelischen Gesundheit von vietnamesischen Migrant*innen mit niederschwelligen Zugangsstrukturen in die psychosozialen Komplementäreinrichtungen vorangetrieben. Im Rahmen der regelmäßigen Netzwerk- und aufsuchenden Communityarbeit kann ein kontinuierlicher bilingualer Austausch stattfinden, wobei mittlerweile über 20 Netztreffen mit einer hohen Beteiligung von migrantischen Akteuren stattgefunden hat.

Seit 2018 wurde zudem eine bilinguale Internetpräsenz dieses Netzwerkes aufgebaut. Seit 2020 wurde zudem mit dem durch die Aktion Mensch geförderten Projekt:  „WIR REDEN DRÜBER! PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN IM VIETNAMESISCHEN BERLIN“ als Teil des „Netzwerks für seelische Gesundheit von vietnamesischen Migrant*innen“ mit weiteren Aktivitäten zur Prävention von psychischen Krankheiten und insbesondere dem mit dem Aufbau von Selbsthilfegruppen begonnen. Zudem wird mit diesem Projekts die Öffentlichkeitsarbeit besonders in den sozialen Medien bilingual unterstützt. Ansprechpartnerin für dieses Projekt ist die Projektmitarbeiterin Frau Hang Hoang (hang.hoang(at)via-in-berlin.de)

Eine aktuelle Übersicht der vietnameischsprachigen Angebote in Berlin finden Sie  unter: http://www.netzwerk-vietpsygesundheit.de/de/hintergrundinformation/

http://www.netzwerk-vietpsygesundheit.de

Ta, T. M. T. (2020). Kultur-und migrationsbezogene Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit von Menschen mit vietnamesischem Migrationshintergrund.

 

Forschung

Von Anbeginn der klinischen Planungsphase stand eine wissenschaftliche Begleitung der Entwicklung einer neuen psychosozialen Versorgungslandschaft für die bis dahin schwer erreichbare Gruppe der vietnamesischen Migrant*innen im Vordergrund.

Dies betrifft einerseits die begleitende Versorgungsforschung und eine interdisziplinäre psychiatrisch-anthropologische Begleitforschung im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 1171 „Affective Societies“ die hier zunächst kurz dargestellt werden sollen

 

1. (2015-2019) SFB 1171 A02 – Erste Projektlaufzeit: Affektive Anstrengungen der Migration

Süd- und nordvietnamesische Lebenswelten im geteilten und wiedervereinten Berlin

Im Zentrum des anthropologisch-psychiatrischen Projektes standen in der ersten Förderphase alternde süd- und nordvietnamesische Migrant*innen erster Generation in Berlin, die aufgrund unterschiedlicher Migrationswege in die BRD bzw. DDR (als „Boat People“ bzw. „Vertragsarbeiter*innen“) mit jeweils unterschiedlichen emotionalen und affektiven Anforderungen konfrontiert waren und sind. Mit interdisziplinären Ansätzen untersuchte das Projekt, mit welchen affektiven Anstrengungen emotionale Krisen im Alltag bewältigt werden und in welchen Kontexten die Bewältigung mit psychiatrisch-psychotherapeutischer Hilfe angegangen wird. Das Projekt trug zu der übergreifenden SFB-Fragestellung nach der Ausformung von transkulturellen Emotionsrepertoires bei und kennzeichnete sich durch ein Verständnis von „Migrant*innen“ als wirkmächtige Akteur*innen, die ihre Lebensverhältnisse aktiv gestalten, u.a. durch die Inanspruchnahme von psychiatrisch-psychotherapeutischer Hilfe und des psychosozialen Versorgungssystems.

https://www.sfb-affective-societies.de/teilprojekte/A/A02/laufzeit1/index.html

 

2. (2019-2023) SFB 1171 A02 – Zweite Projektlaufzeit:

Affekte und Institutionalisierungsprozesse in vietnamesischen Carescapes Berlins

Teilprojekt A02 untersucht die Affekte und Institutionalisierungsprozesse in heterogenen vietnamesischen Care-Settings Berlins. Wir fragen, inwieweit Migrations- und gesellschaftliche Partizipationserfahrungen die Wahrnehmungen und Erwartungen verschiedener Akteur*innen in sich verändernden Institutionen prägen. Dabei fokussieren wir uns als interdisziplinäres Forschungsteam auf die „costs of caring“, die sich aus Praktiken subjektiver Sorge, therapeutischer Versorgung, professioneller Pflege und zivilgesellschaftlichem Engagement ergeben. Das Projekt leistet innovative affekt- und emotionstheoretische Beiträge zu migrationssensiblen Carescapes, zur gesellschaftlichen Partizipation von Migrant*innen im Gesundheitssektor und zu innergesellschaftlichen Differenzierungsprozessen in institutionalisierten Feldern.

https://www.sfb-affective-societies.de/teilprojekte/A/A02/index.html

 

3. Integration in den Arbeitsbereich Global Mental Health

Die Ziele des Arbeitsbereichs Global Mental Health sind die Erforschung und Verbesserung der psychiatrischen Versorgung von Patient*innen mit Flucht- und Migrationshintergrund mithilfe neuartiger Versorgungsstrukturen und innovativer Behandlungsangebote. Zudem wird international die Einstellung zu psychischen Störungen erforscht und verglichen, um Behandlungskonzepte zukünftig kultursensibel gestalten zu können. Global Mental Health wird als ein interdisziplinärer Arbeitsbereich an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité-Campus Benjamin Franklin gemeinsam von Prof. Dr. Malek Bajbouj, Priv.-Doz. Dr. Thi Minh Tam Ta und Dr. Eric Hahn geleitet.

https://psychiatrie.charite.de/forschung/global_mental_health/

Transnationale Vernetzung nach Vietnam

1. Upscaling einer Klinikpartnerschaft, Partner stärken Gesundheit - Aufbau eines Klinikpartnerschaftsnetzwerk im Nordvietnam (2017-2019 und 2020-2023)

 

Als Teil von Implementierungsaktivitäten und globalen Engagement in der der internationalen Zusammenarbeit, erfolgten ab 2016 mehrere Anbahnungsreisen der Projektbeteiligten und gemeinsame Lehrveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie der Hanoi Medical University im National Institute of Mental Health Vietnam im Bach Mai Hospital Hanoi. In der Folge konnte im Rahmen einer Klinikpartnerschaft der ersten Förderungsphase (2017-2019; BMZ, GIZ) eine nachhaltige bilaterale Kooperation zwischen den Abteilungen für Psychiatrie der medizinischen Universitäten in Berlin und Hanoi (geleitet durch Prof. Dr. Nguyen, Van Tuan, https://en.hmu.edu.vn/news/default.aspx) etabliert werden. Diese aktive Partnerschaft war von Anbeginn langfristig und auf Augenhöhe angelegt, wobei die persönlichen Kontakte, und vietnamesischen Sprach- und Landeskenntnisse deutscher und vietnamesischer Projektbeteiligter an der Charité und ein regelmäßiger Austausch in den Bereichen Lehre und Nachwuchsförderung, Klinik, Versorgung und Wissenschaft die Grundlage der Partnerschaft darstellen. Gemeinsam wurde der weitere Entwicklungsbedarf der psychiatrischen Gesundheitsversorgung mit den vietnamesischen Partner (HMU, NIMH-VN, MoH) auch nach Ablauf der ersten Förderungsphase definiert. Diese zukünftigen Ziele sind: 1. eine kontinuierliche medizinische Fort- und Weiterbildung (CME)  in den Bereichen der psychiatrischen Versorgung und psychosozialen Betreung, 2. Die Entwicklung von evidenzbasierten Therapieangeboten auch unter Einbezug digitaler Strategien, insbesondere im Rahmen einer gemeindenahen psychiatrischen Versorgung und 3. die Stärkung der Vernetzung von Berufsgruppen der mit der HMU assoziierten psychiatrischen Kliniken in mehreren Provinzen Vietnams.

 

Flankiert wird die Kliniküartnerschaft durch eine medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit und regelmäßigen Austausch aller Projektpartner, mittels E-Mail, , Videotelefonie, gemeinsam genutzter Projektmanagementsoftware wie Microsoft Teams, laufende versorgungsorientierte Forschungsprojekte und gegenseitige Hospitationen der Projektpartner. Seit 2019 wurde aufbauend auf den Erfolgen der Klinikpartnerschaft eine DAAD PAGEL Hochschulkooperation zwischen der HMU und der Charité etabliert, welche die Möglichkeiten einer langfristigen bilateralen Zusammenarbeit beider führenden medizinischen Universitätskliniken erweitert.

Seit 2020 konnten wir die Klinikpartnerschaft auf ein Netzwerk insbesondere in den nördlichen Provinzen Vietnams erweitern. Zu diesem Netzwerk gehören, neben der Abteilung für Psychiatrie der HMU und dem Nationale Institute of Mental Health (NIMH) weitere Klinikpartner wie das Hanoi Mental Hospital, My Duc Psychiatric Hospital, und psychiatrische Provinzkliniken in Cam Pha, Son La Nghe An in Mittelvietnam. Der Netzwerk unterstützt damit 20% der psychiatrischen Personalkapazitäten in Vietnam und versorgt über 50.000 psychiatrische Patient*innen in einem  Versorgungsgebiet von etwa 20 Millionen Einwohnern Vietnams. 

 

2. Partnerschaften für den Gesundheitssektor in Entwicklungsländern – PAGEL 2019-2022

 

Das  Hochschulkooperationsprojekt „PAGEL Partnerschaften für den Gesundheitssektor in Entwicklungsländern des Deutsch Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zwischen der Charité Universitätsmedizin und der Hanoi Medical University wird von Priv.-Doz- Dr. med Thi Minh Tam Ta und Dr. med. Eric Hahn geleitet und koordiniert.

 

Das Ziel der Zusammenarbeit ist eine nachhaltige Entwicklung und Etablierung leistungsfähiger und weltoffener Hochschulen in Deutschland und in Vietnam durch Austausch und Lehre im Bereich Psychische Gesundheit. Im Jahr 2020 wurde zudem ein Memorandum of Understanding zwischen Charité Universitätsmedizin Berlin und der Hanoi Medical University, vom Dekan der Charité (Prof. Pries) und dem Präsidenten der HMU (Prof. Ta) unterschrieben. Dieses MoU ermöglicht die Stärkung eine Kooperation im Bereich der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und eines akademischen Austauschs zwischen beiden Universitäten.

Weitere Forschungsprojekte

1. Aufbau einer Vietnamesen Kohorte für Genomics Research bei Schizophrenie

In Kooperation mit dem Labor für statistische Genetik, Charité Mitte (https://psychiatrie-psychotherapie.charite.de/metas/person/person/address_detail/ripke-1/) und der Berlin Psychosis Study und der Bridge-S Studie unter der Leitung von Prof. S. Ripke rekrutieren wir gemeinsam eine neue Kohorte für Genomics Research bei Schizophrenie zur Identifizierung von genetischen und psychosozialen Risiken bei Menschen mit vietnamesischer Ethnie auf. Diese Bemühungen dienen der ethnischen Diversifizierung von GWAS Studien mit vertiefter phänotypischer Charakterisierung.

 

2. CYPression Studie „Einfluss der peripheren Cytochrom-P450-Aktivität 2C19 auf die klinische Ausprägung bei Depression: Eine kombinierte funktionelle und genetische Untersuchung in zwei distinkten ethnischen Gruppen.“

Neben der Psychotherapie gibt es bei der psychopharmakologischen Behandlung bei Menschen mit Migrationshintergrund einige mögliche Besonderheiten zu beachten: z.B. eher ablehnende Einstellungen zur Psychopharmakologie, Übersensibilisierung für Nebenwirkungen und erhöhte Wahrnehmung von Nebenwirkungen, mit einer mangelnden Adhärenz der Medikamenteneinnahme. Objektiv häufigeres Auftreten von Nebenwirkungen wie Unruhe, insbesondere unter SSRI (Cipralex, das über CYP 2C19 metabolisiert ist). Die meist zusätzliche Einnahme von traditionellen „asiatischen“ Medikamenten ist ein wichtiges Merkmal in der Psychopharmakotherapie bei vietnamesischen Patientinnen. Dabei ist das Wechselspiel zwischen Kultur und Ethnizität sowie genetischen Faktoren, Umweltfaktoren, u.a. Lifestylefaktoren und deren Einflüsse auf die klinischen Ansprechbarkeit sowie Nebenwirkungen der Psychopharmakotherapie in der Behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund zu beachten.  Die Cytochrom P450 Enzyme, vor allem CYP 1A2, -2B6, -2C9, -2C19, -2D6 und -3A4, sind an der Metabolisierung von über 90% aller Medikamente in der Psychiatrie beteiligt.  In der Studie in Kooperation mit dem neurobiologischen Labor unserer Klinik (Leitung Dr. J. Hellmann-Regel) wird der Zusammenhang zwischen Cytochrom P450 2C19 Enzymaktivität und der Entstehung der Depression sowohl bei Vietnamesischen Patient*innen als auch bei Deutschen Patient*innen im Rahmen einer Förderung des Clinician Scientist Programms des BIH für Priv.-Doz. Dr. Thi Minh Tam Ta untersucht.

An dem Projekt ist zudem Frau Nguyen, Thi Hoa, als Psychiaterin der HMU als als DAAD Stipendiatin und Doktorandin im Rahmen der PAGEL Hochschulkooperation und Klinikpartnerschaft zwischen Charité und Hanoi Medical University beteiligt.

Publikationen

2020

1. Regen, Francesca; Cosma, Nicoleta-Carmen; Otto, Lisa R et al.

Clozapine modulates retinoid homeostasis in human brain and normalizes serum retinoic acid deficit in patients with schizophrenia. 

Mol Psychiatr. 2020;

2. Hanewald, Bernd; Knipper, Michael; Fleck, Werner et al.

Different Patterns of Mental Health Problems in Unaccompanied Refugee Minors (URM): A Sequential Mixed Method Study. 

Front Psych. 2020;11:324.

3. Martensen, Lara Kim; Hahn, Eric; Duc, Cao Tien et al.

Impact and differences of illness course perception on the desire for social distance towards people with symptoms of depression or schizophrenia in Hanoi, Vietnam. 

Asian J Psychiatr. 2020;50:101973.

4. Ta, Thi Minh Tam

Kultur- und migrationsbezogene Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit von Menschen mit vietnamesischem Migrationshintergrund. 

Charité - Universitätsmedizin Berlin  (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Universitätsmedizin, Campus Benjamin Franklin, Psychiatrie und Psychotherapie), 2020.

5. Nguyen, Main Huong; Lanca, Jörg-Christian; Hahn, Eric et al.

Migration-related emotional distress among Vietnamese psychiatric patients in Germany: An interdisciplinary, mixed methods study. 

Transcult Psychiatry. 2020;:1363461520920329.

6. Böge, Kerem; Karadza, Almira; Fuchs, Lukas M et al.

Mindfulness-Based Interventions for In-Patients With Schizophrenia Spectrum Disorders-A Qualitative Approach. 

Front Psych. 2020;11:600.

7. Walther, Lena; Kröger, Hannes; Tibubos, Ana Nanette et al.

Psychological distress among refugees in Germany: a cross-sectional analysis of individual and contextual risk factors and potential consequences for integration using a nationally representative survey. 

BMJ Open. 2020;10( 8):e033658.

 

2019

1. von Poser, Anita; Heyken, Edda; Ta, Thi-Minh-Tam et al. Emotion repertoires. Emotion repertoires.

In: Jan Slaby, C. v. Scheve, (Hrsg.) Affective Societies Key concepts. Routledge Studies in Affective Societies. Routledge in of Taylor & Francis Group in Infoma Group; 2019; S.x.

2. Heyken, Edda; von Poser, Anita; Hahn, Eric et al.

Researching Affects in the Clinic and Beyond. Multiperspectivity, Ethnography, and Mental Health-Care Intervention. 

In: Antja Kahl, (Hrsg.) Analyzing affective societies Methods and methodologies.  Routledge in of Taylor & Francis Group in Infoma Group; 2019; S.x.

3. Franke, Miriam Leona; Lersner, Ulrike von; Essel, Osuanyi Quaicoo et al.

The relationship between causal beliefs and desire for social distance towards people with schizophrenia and depression: Results from a survey of young Ghanaian adults. 

Psychiat Res. 2019;271:220-5.

 

2018

1. Ta, Thi Minh Tam

Affektive Anstrengungen bei Vietnamesischen MigrantInnen: Ergebnisse aus einer mix-method Studie im Rahmen des SFB Affective Societies. 

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). 2018

2. Ta, Thi Minh Tam

Ethnische CYP Variabilität bei Asiaten und der pharmakologischen Interaktion (Psychopharmaka und asiatischen traditionellen Medikamente). 

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Ethnische Aspekte in der Psychopharmakotherapie. 2018

3. Martensen, Lara Kim; Hahn, Eric; Cao, Tien Duc et al.

Impact of perceived course of illness on the desire for social distance towards people with symptoms of schizophrenia in Hanoi, Vietnam. 

Psychiat Res. 2018;268:206-10.

4. Böge, Kerem; Zieger, Aron; Mungee, Aditya et al.

Perceived stigmatization and discrimination of people with mental illness: A survey-based study of the general population in five metropolitan cities in India. 

Indian J Psychiatry. 2018;60( 1):24-31.

5. Laqua, Carolin; Hahn, Eric; Böge, Kerem et al.

Public attitude towards restrictions on persons with mental illness in greater Hanoi area, Vietnam. 

Int J Soc Psychiatr. 2018;64( 4):335-43.

6. Ta, Thi Minh Tam; Böge, Kerem; Cao, Tien Duc et al.

Public attitudes towards psychiatrists in the metropolitan area of Hanoi, Vietnam. 

Asian J Psychiatr. 2018;32:44-9.

7. Böge, Kerem; Hahn, Eric; Cao, Tien Duc et al.

Treatment recommendation differences for schizophrenia and major depression: a population-based study in a Vietnamese cohort. 

Int J Ment Health Sy. 2018;12:70.

8. Bajbouj, Malek; Ta, Thi Minh Tam; Hahn, Eric

Zuwanderer in Deutschland die Sicht der Immigranten - Syrische Migranten. 

In: W. Machleidt; U. Kluge; M. Sieberer, A. Heinz, (Hrsg.) Praxis der interkulturellen Psychiatrie und Psychotherapie: Migration und psychische Gesundheit.  Mediscript (Onlinedienst) in Elsevier GmbH; 2018; S.139-42.

9. Ta, Thi Minh Tam; Malek, Bajbous; Eric, Hahn

Zuwanderer in Deutschland die Sicht der Immigranten - Vietnamesesische Migranten. 

In: Prof. Dr.med. Wieland Machleidt, Dr. Ulrike Kluge, Prof. Dr. Marcel Sieberer, Prof. Dr.med. Dr. phil. Andreas Heinz, (Hrsg.) Praxis der interkulturellen Psychiatrie und Psychotherapie.  Urban und Fischer in Elsevier; 2018; S.143-7.

 

2017

1. Nguyen, M.H.; Lanca, J.C.; Heyken, E. et al.

A cross-cultural comparison of self-reported burdens between Vietnamese and German psychiatric out-patients - findings from an interdisciplinary mixed method study. 

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). 2017

2. Nguyen, Main Huong; Hahn, Eric; Wingenfeld, Katja et al.

Acculturation and severity of depression among first-generation Vietnamese outpatients in Germany. 

Int J Soc Psychiatr. 2017;63( 8):708-16.

3. Nguyen, Main Huong; Hahn, Eric; Burian, Ronald et al.

Acculturation Strategies and Severity of Depression among Vietnamese Migrants. 

European Psychiatric Association (EPA). 2017

4. Zieger, Aron; Mungee, Aditya; Schomerus, Georg et al.

Attitude toward psychiatrists and psychiatric medication: A survey from five metropolitan cities in India. 

Indian J Psychiatry. 2017;59( 3):341-6.

5. Dreher, Annegret; Hahn, Eric; Diefenbacher, Albert et al.

Cultural differences in symptom representation for depression and somatization measured by the PHQ between Vietnamese and German psychiatric outpatients. 

J Psychosom Res. 2017;102:71-7.

6. Dreher, A; Hahn, E; Ta, T.M.T. et al.

Differences in symptom expression between Vietnamese and German patients utilizing a psychiatric outpatient service using the PHQ. 

European Psychiatric Association (EPA). 2017

7. Martensen, L.K.; Hahn, E; Cao, T.D. et al.

Impact of illness course perception on desire for social distance towards people suffering from schizophrenia in Hanoi, Vietnam. 

European Psychiatric Association (EPA), 41. 2017

8. Wolf, Simon; Hahn, Eric; Dettling, Michael et al.

Migration-related stressors and their effect on the severity level and symptom pattern of depression among Vietnamese in Germany. 

European Psychiatric Association (EPA). 2017

9. Wolf, Simon; Hahn, Eric; Dettling, Michael et al.

Migration-Related Stressors and Their Effect on the Severity Level and Symptom Pattern of Depression among Vietnamese in Germany. 

Depress Res Treat. 2017;2017:8930432.

10. Hahn, Eric; Ta, Thi Minh Tam; Nguyen, Main Huong et al.

Möglichkeiten und Bedingungen von Akkulturation in der Zivilgesellschaft. 

In: Graef-Calliess & Schouler-Ocak, (Hrsg.) Migration und Transkulturalität.  Schattauer GmbH Verlag für Medizin und Naturwissenschaften; 2017; S.30-52.

11. Ta, Thi Minh Tam; Hahn, Eric; Heuser, Isabella et al.

„Poor metabolizer“ im interkulturellen Setting. 

Neurotransmitter. 2017;28( 7-8):44-8.

12. Ta, T.M.T.; Wolf, S; Nguyen, T.M.H. et al.

Relationship between migration-stressors and self-reported symptoms of depression in an outpatient sample of Vietnamese migrants in Germany. 

European Psychiatric Association (EPA). 2017

Ärztliche Ansprechpartnerin

Priv.-Doz. Dr. med. Thi-Minh-Tam Ta

Oberärztin, Leitung der Spezialambulanz für Vietnamesische MigrantInnen