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01.11.2015

Sonderforschungsbereich (SFB 1171) "Affective Societies – Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten"

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Beteiligung der Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Benjamin Franklin (Direktorin Prof. Dr. Dipl.-Psych. Isabella Heuser) am Sonderforschungsbereich (SFB 1171) "Affective Societies – Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten"

Seit Juli 2015 ist die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie als mitantragsstellende Institution an dem zunächst bis 2019 bewilligten SFB 1171, mit einem Projekt zu ethnologisch-psychiatrischen Untersuchung verschiedener Bewältigungsstrategien von vietnamesischen Migranten mit psychischen Belastungen beteiligt, die in Berlin und Deutschland die größte südostasiatische Migrationsgruppe darstellen.

Der neu eingerichtete SFB verfolgt dabei das übergeordnete Ziel ein neues Verständnis von Gesellschaften zu etablieren, das der fundamentalen Bedeutung von Emotionalität und Affektivität für das Zusammenleben in den Welten des 21. Jahrhunderts Rechnung trägt. Neben der Freien Universität Berlin (Sprecherin des SFB: Prof. Dr. Röttger-Rössler, Institut für Sozial- und Kulturanthropologie) und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Universitätsmedizin-Berlin am Campus Benjamin Franklin, sind das Institut für Soziologie der Technischen Universität Berlin und die Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH; Chefarzt: Prof. Dr. Albert Diefenbacher) mit insgesamt 10 Fachdisziplinen bei 16 Teilprojekten an dem SFB 1171 beteiligt. In drei thematischen Schwerpunkten werden gemeinsam in den nächsten Jahren die affektiven und emotionalen Dynamiken unter den Bedingungen von Einwanderungsgesellschaften in einer global vernetzen Welt aus unterschiedlichen, insbesondere sozial- und kulturwissenschaftlichen Perspektiven untersucht werden.

Im Rahmen des bi-disziplinären anthropologisch-psychiatrischen Teilprojekts A02: "Affektive Anstrengungen der Migration: Süd- und nordvietnamesische Lebenswelten im geteilten und wiedervereinten Berlin" werden die Lebenswelten von (alternden) Migranten aus Vietnam im wiedervereinigten Berlin untersucht. Die gemeinsame Teilprojektleitung haben dabei die Ethnologin Dr. Anita von Poser (Freie Universität Berlin) und die Psychiater_innen Dr. Thi Minh Tam Ta und Dr. Eric Hahn (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, CBF) inne.  

Im Zentrum des DFG-Projektes stehen insbesondere vietnamesische Migrant_innen der ersten Generation, die aufgrund unterschiedlicher Migrationswege seit 1977 in die BRD bzw. in die DDR (als Flüchtlinge oder "Boat People" bzw. als "Vertragsarbeiter") mit unterschiedlichen emotionalen und affektiven Anforderungen konfrontiert waren, die noch bis heute nachwirken. Durch ethnologische Begleitungen und Beobachtungen im Alltag und bei der Inanspruchnahme psychiatrisch-psychotherapeutischer Versorgung wird mit Hilfe eines "mixed-method" Ansatzes mit qualitativen und quantitativen Methoden untersucht mit welchen affektiven Anstrengungen emotionale Krisen und psychische Störungen im Alltag bewältigt werden und in welchen Kontexten die Bewältigung durch die Inanspruchnahme psychiatrisch-psychotherapeutischer Hilfsangebote unterstützt wird. Die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung stützt sich dabei auf das seit 2010 an der Charité, CBF etablierte muttersprachlich vietnamesische Behandlungsangebot, sowie ein in Kooperation eröffnetes Behandlungsangebot am KEH, sowie ein seit mehreren Jahren mit VIA e.V. etabliertes Netzwerk zur Förderung der psychischen Gesundheit von vietnamesischen Migrant_innen in Kooperation mit mehreren Trägern und Vereinen.  

Kontakt

 

Dr. med. Eric Hahn

Oberarzt, Leiter des Moduls SchizophrenieCharitéUniversitätsmedizin Berlin
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

Postadresse:Hindenburgdamm 3012203 Berlin



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